Entstehung des Pfingsfestes

Die Entstehung des Pfingstfestes geht auf eine alte Tradition des „Austreibens des Winters“ zurück.

Zu früheren Zeiten feierten die heidnischen Stämme zu den Wechseln der Jahreszeiten große ausgelassene Feste. Unter anderem feierten sie im Frühjahr ein großes Frühlingsfest, bei dem dann der Winter „vertrieben“ wurde.

Bei diesem Fest vermummten und verkleideten sich die jungen Männer des Dorfes zu dunklen Gestalten und stellten so den Winter dar. Da das Fest den Winter vertreiben sollte, stellten auch einige junge Männer aus dem Dorf in farbenfrohen Gewändern, die so genannten „Läufer“,  den Sommer dar. Zusätzlich zu ihren bunten Gewändern trugen die Läufer noch eine lange Peitsche bei sich die sie in großen Kreisen über ihren Kopf schwingen und knallen lassen.

Das Peitschen Knallen soll die Geister des Winters vertreiben und den Sommer einläuten.

Das ganze Dorf feierte mehrere Tage  ausgelassen, um dann am letzten Tag früh am Morgen mit der ganzen Festgesellschaft hinaus in die Natur zu ziehen und dort dann gemeinsam den Winter zu vertreiben.

Dazu knallten die Läufer mit ihren Peitschen und jagten die „vermummten und verkleideten Geister des Winters“ in den Wald, um den Winter zu vertreiben und den Sommer einzuläuten.

Danach feierte das ganze Dorf nochmals ausgelassen einige Tage.

Laut Überlieferungen dauerte das Fest teilweise über eine Woche lang.

 

Mit der Zeit der Christianisierung wurden die meisten heidnischen Feste und Feiertage mit Festen und Feiertagen der christlichen Religion zusammengelegt. So auch das Fest des „Winteraustreibens“. Es wurde auf das christliche Fest der „Aussendung des Heiligen Geistes“, auf Pfingsten verlegt.

 

Pfingsttanz in Ahlsdorf

In einigen Gegenden Deutschlands wird das Pfingstfest noch in Anlehnung an die heidnischen Bräuche gefeiert.

So auch im Mansfelder Grund unter anderem in Ahlsdorf.

Hier fängt das Pfingstfest am Samstag des Pfingstwochenendes’ mit dem Austragen junger Birken, den so genannten Maien, im Dorf statt. Das Austragen der Maien ist der erste Frühjahrsbote den die „Pfingsttänzer“ der Bevölkerung bringen.

Die Pfingsttänzer, das sind die jungen Männer, die die Pfingstgesellschaft darstellen und unter Vorsitz des Amtmanns und des Tanzmeisters das Pfingstfest ausrichten.

Am ersten Pfingstfeiertag, dem Pfingstsonntag, wird ab morgens vom Frühschoppen weiter bis zum Mittag bei Blasmusik und schließlich zum Abend auf dem Tanzsaal gefeiert. Zwischendurch findet am Nachmittag ein Festumzug durchs Dorf statt, bei dem die Pfingsttänzer traditionell schwarze Hosen und weiße Hemden tragen.

Im frühen Morgengrauen des zweiten Pfingstfeiertages treffen sich dann die Pfingsttänzer verkleidet in originellen und lustigen Kostümen auf dem Dorfplatz und werden dann von den Läufern hinaus in den Wald getrieben. Dort angekommen, auf der Pfingstwiese, findet dann die traditionelle Waldpartie, oder auch das „Fest des Winteraustreibens“, statt. Hierbei treten die Pfingsttänzer mit ihren originellen „Pfingstnummern“, z.B. selbst gebaute Karusselle oder lustige Spiele, auf und unterhalten damit die Bevölkerung. Am Ende der Waldpartie gegen Mittag 12.30 Uhr, werden die verkleideten Pfingsttänzer, von den Läufern zum Fischteich getrieben. Dort endet dann die Waldpartie mit einem Bad der Pfingsttänzer im Fischteich.

Nach der „Reinigung“ im Fischteich findet am Nachmittag nochmals ein Festumzug durchs Dorf statt, bei dem dann alle Mitglieder der Pfingstgesellschaft komplett in weißen Hosen und Hemden laufen. Die komplette weiße Kleidung symbolisiert hierbei den Einzug des Sommers. Die Läufer tragen beim Umzug zusätzlich noch ihren bunten Läuferhut, mit ihren vielen bunten Bändern, auf dem Kopf.

Am Dienstag nach Pfingsten ziehen am Vormittag noch einmal die Pfingsttänzer zum „Eiersammeln“ mit Musik durchs Dorf. Dabei erhalten sie von der Bevölkerung Eier, Bratwürste oder Kartoffeln etc. um sich dann zum Mittag ein Essen zubereiten zu können.

Abends lädt die Pfingstgesellschaft dann als Dank für das gelungene Pfingstfest noch einmal zum Tanz.

Das Pfingstfest findet dann am Wochenende nach Pfingsten mit dem Feiern von „Kleinpfingsten“ sein Ende.

 

Aktualisiert (Dienstag, den 13. April 2010 um 14:03 Uhr)