Ablauf eines Jahres im Pfingstverein

Jedes Pfingstjahr beginnt mit der sogenannten  „Zusammenkunft“ der Pfingstburschen, in einem Wirtshaus in Ahlsdorf. Diese Zusammenkunft ist freiwillig und findet immer am 1. Sonntag im neuen Jahr statt. Bei dieser Zusammenkunft werden sich über allerlei Dinge unterhalten, denn einige Pfingstburschen haben sich seit dem letzten Sommer nicht gesehen.

Im Laufe des Januars findet auch die 1. Pfingstburschenversammlung des neuen Jahres statt. Zu dieser Versammlung finden sich die ersten Pfingstburschen ein, die für das aktuelle Pfingstjahr unterschreiben, also mitmachen,  möchten.Außerdem werden in der 1. Versammlung alle 4 Vorstände durch die anwesenden Mitglieder neu gewählt. Danach werden alle bis dato wichtigen Dinge besprochen und die ersten Aufgaben verteilt. Für alle neuen Mitglieder gibt es eine Ausführliche Einweisung in die Thematik des Pfingsttanzes in Ahlsdorf.

Versammlung der Pfingstburschen

Im Laufe der nächsten Wochen und Monate, finden regelmäßig Versammlungen statt. In diesen Versammlungen kommen immer mehr Pfingstburschen zusammen um das bevorstehende Fest zu planen. Wichtige Dinge, wie Abläufe, Musik zum Pfingstfest, Arbeitseinsätze und andere organisatorische Dinge sind zu besprechen. Auch weitere Aufgaben werden verteilt, wie zum Beispiel das Anfragen bei Sponsoren zwecks Unterstützung des Vereins für das Pfingstjahr. Dabei hat jeder Pfingstbursche seine Sponsoren, um die er sich kümmert.

In der Zwischenzeit planen die einzelnen „Nummern“ ihre Auftritte und Kostüme. Das „Nummern“-bauen und planen ist ein wichtiger Bestandteil der Pfingstgesellschaft. Jeder Pfingstbursche gehört einer eigenen kleinen Gruppe an, diese Gruppe nennt man „Pfingstnummer“.Zusammen mit dieser Nummer plant man seine Auftritte über Pfingsten. Denn jede Nummer hat einen Auftritt am Pfingstsonntagabend, sowie am Montag in der Waldpartie und am Dienstagabend. Dort werden so genannte Nummern aufgeführt, bei denen sich die jeweiligen Pfingstburschen verkleiden und mit selbstgebauten Attraktionen die Gäste bespaßen.Wenn ein neues Mitglied der Pfingstgesellschaft beitritt, kann dieser seinen Wunsch äußern in welcher Gruppe er mitmachen möchte. Sollte ein neues Mitglied keinen anderen Pfingstburschen kennen und somit die „Nummernauswahl“ völlig irrelevant sein, so fragen dann die einzelnen Nummern, ob das neue Mitglied in der jeweiligen Nummer mitmachen möchte. Somit ist immer sichergestellt, dass jeder eine Nummer findet, in der er mitmachen kann.Das Nummernbauen findet in Eigenabsprache statt, also jede Nummer baut für sich und bestimmt was gebaut bzw. aufgeführt wird. Was dies am Ende sein wird bleibt in der Regel bis kurz vor Pfingsten ein Geheimnis. In dieser Phase wächst die Nummer zusammen, jeder hilft jedem und jeder bringt seine Ideen zur Verwirklichung der Pfingstnummer ein, denn die Gäste des Pfingstfestes, die die Nummer bestaunen, sollen dabei auch Spaß haben. Für die Nummer am Sonntagabend und Dienstagabend, geht die Planung eher in Richtung Party, da man an diesem Abend ordentlich feiern kann.Für die Waldpartie Montagvormittag werden hauptsächlich Spiele geplant, in der Regel für Jung und Alt, damit für jeden etwas dabei ist. Am Montag bekommen die Nummern von den Gästen unterschiedliche finanzielle Zuwendungen für Ihre Attraktionen bzw. Spiele. Natürlich können die Gäste auch kleine, meist lustige, Preise dafür gewinnen.  Die Zuwendungen können die Nummern selbst behalten und damit ihre entstandenen Kosten für das „Bauen“ decken und eine so genannte Nummern- Abrechnung machen.Diese Abrechnung findet nur im Nummernkreis statt, dabei wird die übrige finanzielle Reserve dazu verwendet um die Gruppenleistung des Jahres zu würdigen. Einige Nummern unternehmen Ausflüge oder fahren zusammen essen oder genehmigen sich ein entspannendes Wochenende zusammen.

Bauen der sogenannten Pfingstnummer

Als nächstes, wichtiges und spannendes Event, steht das traditionelle Maienbestellen an.

Das Maienbestellen ist einer der wichtigsten Termine vor Pfingsten. An diesem Tag treffen sich alle aktiven und passiven Pfingstburschen am Bahnhof Klostermansfeld und fahren mit der Wipperliese, in der zusammen gemütlich gefrühstückt wird, nach Vatterode. Dort angekommen begeben sich alle in die Gaststätte „Zum Goldenen Hammer“ um beim Verzehr von verschiedenen Getränken und Speisen den Vorständen bei Ihren Ausführungen zuzuhören, denn dort findet eine Versammlung statt. Innerhalb dieser Versammlung werden den Pfingstburschen auch die „Ständchenlisten“ zugeteilt. Das bedeutet es werden den Burschen verschiedene Straßen in Ahlsdorf zugeteilt. In diesen Straßen müssen die Pfingstburschen bei den Leuten klingeln und fragen, ob Sie in diesem Jahr eine „Maie“ zu Pfingsten haben möchten und dazu noch ein Ständchen der Kapelle. Zu einem Festgelegten Termin, müssen diese Listen wieder abgegeben werden, damit die Vorstände wissen, wie viele „Maien“ aus dem Wald geholt werden müssen. Zu dieser Versammlung ist auch der jeweilige Förster eingeladen, in dessen Revier die Pfingstgesellschaft die Maien für das Pfingstjahr schlägt. Der Förster verkündet innerhalb der Versammlung in welcher Region die Maien geschlagen werden dürfen. Deswegen heißt dieser Tag „Maienbestellen“. Als Dank für die Bewirtung gehen alle Pfingstburschen auf den Dorfplatz, wo die Läufer mit Ihren Peitschen knallen, dieses Knallen soll auch für den Ort Vatterode nun mehr den Sommer einläuten und Glück bringen. Während des Nachmittages  kommt der Tageshöhepunkt!  Derjenige, der neu in die Pfingstgesellschaft eingetreten ist, bekommt an diesem Tag einen so genannten „Nullertrunk“. Dieser setzt sich aus niedrigprozentigen Getränken zusammen. Nach dem leeren des Glases wird das Pfingstlied gesungen und die Aufnahme in die Gesellschaft ist somit vorangeschritten. Dieses Ritual dient der Auflockerung und dem Spaß der ganzen Truppe. Bisher hat jeder Neuling oder „Nuller“ (auf Grund von „0“ Teilnahmen am Pfingsttanz) genannt diesen Trunk auch schadlos und mit einem Schmunzeln überstanden. Im Anschluss werden alle von einem Bus abgeholt, der alle nach Ahlsdorf auf den Lindenplatz bringt. Dort knallen die Läufer sowie einige Pfingstburschen mit ihren Peitschen, um auch in Ahlsdorf zu verkünden, dass sich das Pfingstfest in Vorbereitung befindet und die Pfingstburschen unterwegs waren. Danach gibt es zum Ausklang des Tages noch ein gemütliches Beisammensein im Vereinsgelände am Fischteich in Ahlsdorf.

Nach dem Maienbestellen finden noch einige Versammlungen statt, unter anderem das „Schleifennähen“, zu dieser Versammlung bringt jeder Pfingstbursche eine Frau mit, die zusammen mit den anderen, die Schleifen für das Pfingstjahr näht. Die Männer knicken in der Zeit die Lose für die Tombola und verköstigen als Zeichen des Dankes die Frauen.

Fertige Pfingstschleifen


Außerdem werden vor Pfingsten noch einige Arbeitseinsätze durchgeführt, um die Pfingstwiese herzurichten, den Fischteich aufzuräumen sowie  „Rolli“,  die Pfingst-Strohpuppe,  aufzustellen und die Banner im Ort über den Straßen zu spannen.

Läufer-Strohpuppe "Rolli"


Der nächste Punkt kurz vor dem Pfingstfest ist die Aufbauwoche zum Aufbau des Festparkes.

Die Aufbauwoche beginnt in der Regel an dem Sonntag vor Pfingsten. An diesem Sonntag, werden alle wichtigen Bedarfsmittel zusammen getragen, wie Tanzfläche, Pavillon, Bierbänke und die Sponsorentafel.

An den folgenden 3 Tagen wird sich ab 17:00 Uhr im Park getroffen und es wird Stück für Stück alles aufgebaut.Als erstes werden die Tanzfläche im Park sowie das Podium für die Kappellen und DJ´s errichtet. Des Weiteren werden die ersten Sponsorenschilder und Wegweiser angebracht. Im Laufe des Diensttages, kommen die Zeltaufbauer, welche durch die Pfingstburschen rege unterstützt werden. Somit wird am Dienstagabend das Festzelt im Park errichtet. Am Mittwoch werden Restarbeiten durchgeführt und erste Vorbereitungen für das Girlandenwickeln werden getätigt. Außerdem müssen weitere zahlreiche Sponsorenbanner Ihren Platz im Festpark finden und die Pavillons werden sortiert und zusammen gebaut.

Am Donnerstagmittag treffen sich die ledigen Pfingstburschen um „das Grüne“ zu holen. Dabei fahren all zu einem bestimmten Ort im Wald oder im Dorf um dort Tannengrün für die Girlanden zu holen. Alle großen Äste werden auf einen Hänger geladen und schließlich vom Traktorfahrer abgeholt. Zusammen mit diesem geht die Fahrt bis zum Park, wo das Grüne abgekippt wird und dann weiter zum Fischteich. Dort angekommen wird sich kräftig gestärkt bevor die Fahrt wieder ins Dorf führt. Im Dorf angekommen warten die Frauen der Pfingstburschen bereits. Dann geht es los. Alle ledigen Männer mit ihren Frauen sammeln sich im Festzelt und beginnen die Äste zu schneiden und die Girlanden zu wickeln.

"Girlandenwickeln"

Die Verheirateten Männer und Frauen fangen damit an, den Park weiter zu schmücken, weitere Schilder aufzubauen und die Pavillons fertig hinzustellen. Am Ende des Abends werden die 3 Girlanden durch die Grünenvorstände abgenommen, wenn alle so sind wie sie müssen werden sie hingelegt und gegossen, damit Sie Freitag aufgehängt werden können. Die besagten Grünenvorstände verköstigen alle ledigen Männer und Frauen an diesem Abend, da diese die ganze Arbeit machen, somit fallen an diesem Abend für niemanden erhebliche Kosten an.Wichtig zu beachten, ab diesem Tag müssen alle Pfingstburschen einen Hut und ein Halstuch tragen.

Am Freitagmorgen wird sich zeitig getroffen, denn der Park und das Festzelt müssen aufgeräumt und gesäubert werden. Außerdem erfolgt das Aufhängen der 3 Girlanden. Zudem werden Bierbänke und Tische aufgestellt und der Park wird für die Gäste vorbereitet.Danach heißt es Abfahrt in den Wald. Dort angekommen werden die Truppen wie zum Maienaustragen in Ober- und Unterdorf unterteilt, jedes Dorf schlägt und verlädt seine eigenen Maien. Für jeden Ortsteil müssen zirka 200 – 250 Maien geschlagen werden. Diese werden dann vom Traktor abgeholt und bis Samstag früh versteckt, damit niemand die Maien stehlen kann, was früher üblich war. Im Anschluss führt die Fahrt wieder in den Festpark, wo die Saalmaien im Kulturhaus aufgestellt werden und der Park mit Maien geschmückt wird. Außerdem wird ein Geländer um die Tanzfläche aus Maien gebaut. Danach gehen alle ledigen Pfingstburschen in das Wirtshaus Hädicke, in dem eine Auswertung des Girlanden Wickelns durch die Grünenvorstände erfolgt. Nach kurzer Zeit geht es jedoch wieder in das Kulturhaus, wo die Frauen der ledigen Pfingstburschen sowie die verheirateten Pfingstburschen schon warten. An diesem Abend wird die letzte Versammlung durchgeführt, alle wichtigen Informationen werden ausgegeben sowie die letzten Aktivitäten vor dem Pfingsfest ausgewertet, damit einem reibungslosem Ablauf des Pfingstfestes nichts mehr im Wege steht. Nach geselligem Zusammensitzen wird die letzte Versammlung durch den 1. Vorstand gegen Mitternacht beendet und alle Pfingstburschen gehen nach Hause und ruhen sich für den Samstag noch mal aus.

Am Samstagmorgen wird sich gegen acht Uhr morgens getroffen, denn es gilt dem Festpark den letzten Schliff zu verpassen.Danach führt der Weg der Pfingstburschen zum Fischteich, wo sich unser Vereinsheim befindet. Dort angekommen wird in geselliger Runde gefrühstückt und erzählt. Im Anschluss daran werden diejenigen, die neu in der Gesellschaft aufgenommen sind, einer Taufe unterzogen. Dieses Ritual dient der vollständigen Aufnahme als Pfingstbursche und ist für alle beteiligten ein Riesenspaß. Nach der Taufe wird sich geduscht und sauber angezogen. Wenn der Traktor mit den Maien vorfährt wird zusammengepackt und mit dem Spielmannszug wird in Richtung Dorf gelaufen. Auf dem Weg werden die ersten Maien an die Bewohner in Ahlsdorf ausgetragen. Schluss endlich im Dorf angekommen darf jeder Pfingstbursche nach Hause gehen und sich für das Maienbestellen hübsch machen. Und dann geht’s los….

Zum Start des Maienaustragen treffen sich alle Pfingstburschen im Park, dort nimmt jeder Pfingstbursche eine oder mehrere Maien an sich und folgt der seinem Dorf zugeteilten Kapelle sowie den Vorständen.Das Ober- sowie das Unterdorf werden durch eine Kappelle begleitet und durch jeweils 2 Vorstände beaufsichtigt. Hinzu kommt, dass jedes Dorf einen „Ausschenker“ hat. Dieser hat die Aufgabe, an jedem Haus wo eine Maie ausgetragen wird, einen durch Amtmann und Tanzmeister selbst zubereiteten Schnaps auszuschenken. Das Bewältigen aller Straßen im Ober- und im Unterdorf beansprucht viel Zeit, sodass alle Pfingstburschen erst gegen Abend wieder im Festpark ankommen. Im Verlauf des Tages werden alle Pfingstburschen durch die Bevölkerung verköstigt, es gibt Getränkepausen, Pausen wo es reichlich zu essen gibt und auch pausen wo man einfach mal durchatmen kann. Auch an dieser Stelle darf der Spaß nicht zu kurz kommen, denn es ist insgeheim ein Rennen, jedes Dorf möchte schneller sein als das andere, somit entbrennt ein Wettlauf gegen die Zeit und gegeneinander. Das Dorf, welches zuerst wieder im Landhotel „Stadt Nürnberg“ sich einfindet hat gewonnen.

"Maienaustragen"

Im Anschluss geht es in den Festpark wo die Party im vollen Gang ist. Es wird gefeiert bis in die Nacht und am Ende des Abends geben die Vorstände bekannt wer Sonntag früh ins „Grüne“ fahren darf. Ins „Grüne“ dürfen die Pfingstburschen, die mit herausragender Leistung rund um das Pfingstfest geglänzt haben. Aber dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Das „Grüne“….

In das Grüne dürfen nur diejenigen mitfahren, die sich in der Vorpfingstzeit und auch in der Aufbauwoche als sehr emsig und tüchtig erwiesen haben. Diese ausgewählten Personen treffen sich früh um 6 Uhr beim Pferdekutscher Bernd Drescher und fahren in den Wald. Dort werden noch einige Maien geschlagen und eine richtig große Saalmaie für den Festpark wird gefällt. Im Anschluss geht es an den Fischteich, wo die wohlverdienten Pfingstburschen sich von einigen passiven Mitgliedern und Helfern des Pfingsttanzes verköstigen lassen. Zum Spaß für alle bekommt derjenige, der das erste Mal mit im Grünen ist, also der „Grünen-Nuller“, einige lustige Aufgaben, denn auch an dieser Stelle darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Im Anschluss wird die Kutschfahrt ins Dorf fortgeführt, wo alle anderen schon auf die Pfingstburschen warten….

Alle anderen…..

Alle anderen Pfingstburschen können etwas länger Schlafen, für sie ist erst 8 Uhr treffen im Park, zum gemeinschaftlichen Aufräumen und vorbereiten für den Festtag. Wenn dann die anderen Pfingstburschen aus dem „Grünen“ kommen, werden die mitgebrachten Maien noch verteilt und der Park geschmückt. Im Anschluss daran geht es für alle in die Gaststätte des Landhotel „Stadt Nürnberg“. Dort werden von den Vorständen der Pfingstsonnabend sowie der Verlauf des Grünen bzw. Ablauf im Festpark am Morgen ausgewertet. Weitere wichtige Punkte werden besprochen, bis alle Pfingstburschen nach Hause gehen, sich waschen und mit weißem Hemd und schwarzer Hose wieder in den Festpark kommen.Wenn alle Pfingstburschen wieder im Park versammelt sind, geht es zum Umzug durch den Ort. Dabei führt der Weg als erstes zu einem von den Pfingstjubilaren bestimmten Ort, an dem diese die ganze Pfingstgesellschaft empfangen. Jubiläum fängt bei 10 Jahren an und geht in 5-Jahresschritten weiter. Wenn der oder die Jubilare abgeholt wurden, geht der Umzug weiter durchs Dorf wieder Richtung Park. Dort warten schon die Gäste sehnsüchtig auf die Pfingstburschen. Im Park angekommen verteilen sich die Pfingstburschen auf die Stationen wo sie eingeteilt sind. Zum Beispiel Darten, Würfeln, Kegeln, Schießen und zur Kasse. Jeder Pfingstbursche verbringt an verschiedenen Stationen über Pfingsten seine Hilfszeit (max. 2 Stunden), denn an den Stationen sitzen passive Mitglieder oder Helfer des Pfingsttanzes. Diese Leute brauchen auch Unterstützung. Im Laufe des Tages füllt sich der Festpark mit Gästen und dann in den Abendstunden erfolgt der 1. Auftritt der Pfingstburschen mit ihren Nummern…

Gegen Mitternacht gehen alle Pfingstburschen sich umziehen und verkleiden sich mit ihren Kostümen und kommen mit den selbstgebauten Attraktionen zurück in den Festpark. Dort werden sie durch den Tanzmeister nacheinander angekündigt und führen ihr Programm auf der Tanzfläche des Saales auf. Nach den Nummern kommen die Läufer und knallen mit ihren Peitschen auf dem Saal, um sozusagen die Wintergeister zu vertreiben. Dabei stehen sie auf einem Suhl, der auf einem Tisch steht um den sich alle Pfingstburschen versammeln und den Stuhl festhalten. Danach wird noch bis in die Nacht gefeiert, bis dann alle nach Hause gehen und sich für Montag, den Tag der Waldpartie „ausschlafen“….

Montag früh heißt es für die Pfingstburschen zeitig aufstehen. Einige haben nur 2 Stunden geschlafen, andere gar nicht, aber es nützt nichts, um 8 Uhr müssen alle Pfingstnummern auf dem Dorfplatz in Ahlsdorf sein. Dort angekommen wird kurz durchgeschnauft, bevor es mit Spielmannszugbegleitung zum Brandholz, im Ahlsdorfer Wald, zur Waldpartie geht.

Montag zur Waldpartie

Wenn alle Pfingstnummern im Wald angekommen sind geht der Aufbau los und die Pfingstburschen bereiten sich auf den Ansturm der Leute vor, denn die Waldpartie in Ahlsdorf ist durch die Vielfalt sehr beliebt in der Bevölkerung. Die Pfingstburschen führen ihre Nummern vor und versuchen, wie in dem Abschnitt „Nummern“- bauen beschrieben, ihre Pfingstnummernkassen etwas aufzufrischen. Gegen Mittag wird die Pfütze mit Wasser gefüllt und die Pfingstburschen machen in dem Schlamm ein bisschen Spaß für die Besucher. Im Anschluss daran geht der Marsch Richtung Fischteich, wo nochmals für die Bevölkerung einiges an Spaß zu sehen ist. Alle Pfingstburschen vergnügen sich im Fischteich und bespaßen die Besucher. Dazu gab es in den letzten Jahren immer wieder allerhand Einfälle der Burschen. Es gab u.a. schon eine Surfbrettsession, eine Seilbahn über den Fischteich oder eine große Wasserrutsche in den Fischteich.

Wasserrutsche am Fischteich in Ahlsdorf

Nach der Erfrischung im Fischteich führt der Marsch wieder Richtung Dorf, wo alle Pfingstburschen nach Hause gehen und sich sauber machen, damit sie zum Umzug gut aussehen.

Zu dem Umzug kommen alle Pfingstburschen in weißem Hemd und weißer Hose, was immer wieder für ein schönen Anblickt sorgt. Der Umzug führt zu Amtmann und Tanzmeister, denn diese beiden Amtspersonen werden von den restlichen Burschen zum Umzug abgeholt. Dort erhalten alle Pfingstburschen die 2. Pfingstschleife, die den Sommer darstellt. Danach  geht es wieder in den Park, wo die Gäste bereits warten. Bei Kaffee, Kuchen und Blasmusik wird nochmal etwas gefeiert. Am Abend des Tages wird noch einmal Diskomusik gespielt und die Besucher haben viel Spaß. Gegen 20 Uhr gibt es eine Verlesung des 1. Vorstandes, der verkündet wer am Dienstagmorgen einen Korb für das „Eiersammeln“ mitbringen muss.

Umzug am Montagmittag

Am Dienstagmorgen können die Pfingstburschen erstmals etwas länger schlafen, denn erst 10 Uhr ist treffen in der Gaststätte des Landhotel „Stadt Nürnberg“ in Ahlsdorf. Von dort aus werden die Pfingstburschen durch den Nachwuchsspielmannszug aus Ziegelrode zum Eiersammeln begleitet. Bei dieser Tradition laufen die Pfingstburschen durch den Ort und durch die kleinen Läufer sammeln sie Spenden in Form von Essbarem wie Eiern, Gurken, Bratwurst von der Bevölkerung ein. Diese werden durch die Pfingstburschen in Tragekörben zum Festpark, in das Festzelt gebracht, wo die Pfingstfrauen daraus ein leckeres Mittagessen zubereiten. Das Einsammeln geht durch jede Straße von Ahlsdorf und ist zirka 14 Uhr beendet. Danach setzen sich die Pfingstnummern jeweils zusammen und genießen die Zeit zum erholen und werten das Pfingstfest aus. Danach heißt es wieder für alle treffen im Park. Der Abend wird mit Tanz und Gesang verbracht, bis zirka 22 Uhr die Pfingstburschen mit Ihren Pfingstnummern die Gäste bespaßen. Nach den Pfingstnummern wird durch die Läufer wieder geknallt und es wird weiter bis in die Nacht gefeiert. Danach ist erst mal Schluss, bis Kleinpfingsten…

In der Zeit vom Mittwoch bis Freitagabend haben die Pfingstburschen sozusagen keine Pflichtveranstaltungen. An den Zwischentagen wird die Pfingstwiese aufgeräumt, der Fischteich wird hergerichtet und allgemein Ordnung  im Festpark und Vereinshaus geschaffen. Am Donnerstagabend werden erstmalig Zahlen bekannt gegeben, die die Einnahmen zu Pfingsten für die Gesellschaft betreffen. Außerdem werden durch den 1. Vorstand die letzten Tage ausgewertet. In Folge findet am Freitagabend ein gemütliches Zusammensein mit allen Pfingstburschen sowie deren Frauen, allen passiven Mitglieder und Helfern statt, bevor es am Samstag früh wieder los geht…

Samstag früh dürfen diejenigen, die Sonntag schon ins Grüne durften, noch mal in Grüne fahren. Für diese Burschen ist wieder um 6 Uhr treffen. Im Grünen werden wieder Maien geschlagen, um den Park später mit frisch schmücken.

Alle anderen Pfingstburchen treffen sich 8 Uhr im Park und räumen den Park auf und bereiten das Kinderfest vor, welches immer am Samstag zu Kleinpfingsten durchgeführt wird.  Nebenbei finden sich immer 2-3 Pfingstburschen zusammen um eine Suppe für die ganze Mannschaft zu kochen. Wenn dann die Pfingstburschen aus dem Grünen kommen, dürfen diese auch noch Suppe essen und dann geht es an die Arbeit. Der Park muss neu geschmückt werden. Im Anschluss daran gehen alle Pfingstburschen nach Hause und ziehen sich um. Wieder in weißem Hemd und weißer Hose gekleidet, treffen sich alle wieder im Park und es geht zum nächsten Umzug, mit Spielmannszug vorweg. Nach dem Umzug werden alle Gäste im Park begrüßt und das Kinderfest wird gestartet. Für alle Kinder, aller Altersklassen ist was dabei, alle Stationen sind wieder besetzt und es gibt Zusätzliche Attraktionen, die die Kinder entdecken können. In Richtung Abend, wird wieder der Saal geöffnet, die Besucher können sich einen Platz suchen, denn an diesem Abend werden nochmals Pfingstnummern aufgeführt. Gegen 22 Uhr gehen die Pfingstburschen sich noch mal umziehen und bereiten ihren Auftritt vor. Dann geht das lustige Treiben auf dem Saal wieder los und die Gäste können die Attraktionen der Pfingstburschen bestaunen. Im Anschluss knallen die Läufer nacheinander auf dem Stuhl in dem Saal und danach wird das Pfingstfest durch Amtmann und Tanzmeister beendet. Es tanzen und feiern alle zusammen bis tief in die Nacht, bevor es Sonntag zum Abbau geht.

Am Sonntagmorgen treffen sich alle Pfingstburschen im Park zum gemeinschaftlichen Abbau. Alle Pavillons, das Festzelt, alle Stationen und Bühnen müssen abgebaut werden, der Park wird wieder hergerichtet, der Saal wird gesäubert und alles wird wieder an seinen Platz gebracht. So endet das schönste Traditionsfest Mitteldeutschlands. Alle Pfingstburschen verabschieden sich voneinander und kehren zu ihren Familien zurück….

…bis zur Abrechnung des Pfingsfestes.

Nachdem nun einige Zeit der Erholung vergangen ist, treffen sich alle Pfingstburschen an einem Wochenende im Vereinsheim am Fischteich. An dem Freitag des Wochenendes sind alle Pfingstburschen unter sich und werten in gemütlichen Runden das Pfingstfest aus. Am Samstag des Wochenendes kommen die Frauen der Pfingstburschen noch dazu und es wird zusammen der Erfolg des Pfingstfestes gefeiert. Außerdem sind auch alle passiven Mitglieder sowie Helfer des Pfingstfestes herzlich eingeladen. In einer Versammlung am Samstag verkündet der 1. Vorstand alle Zahlen für das zurückliegende Pfingstfest und es wird auch die Strafe, die jeder Pfingstbursche zahlen muss genannt. Eine Strafe kann man aus verschiedenen Gründen über Pfingsten bekommen, z.B. wenn man zu spät war oder seinen Pflichten nicht nachgekommen ist. Das Wochenende wir mit einem gemeinschaftlichen Zusammenräumen am Sonntag beendet. In folge der nächsten Wochen und Monate finden auch noch Arbeitseinsätze, wie zum Beispiel das Aufsammeln von Laub am Fischteich statt.

Auch andere Tätigkeiten und Besuche werden durchgeführt, so sind die Pfingstburschen und die Läufer auf verschiedenen Veranstaltungen zugegen um die Pfingstgesellschaft zu repräsentieren. Auch werden noch Versammlungen durchgeführt, um aktuelle Thematiken zu besprechen. Am Ende des Jahres findet im Vereinshaus am Fischteich eine Weihnachtsfeier für alle Mitglieder der Pfingstgesellschaft statt. Für die kleinsten Mitglieder kommt sogar der Weihnachtsmann und bringt für alle Geschenke mit. Nach diesem gemütlichen Zusammensein kehren alle Pfingstburschen zu ihren Familien zurück und genießen die besinnliche Weihnachtszeit. Und im neuen Jahr fängt der Kreislauf des Pfingsttanzes mit der Zusammenkunft wieder an….

 

Gut Wetter!!!

Robin Eddelbüttel

Aktualisiert (Montag, den 23. April 2018 um 14:49 Uhr)